Das eRezept

Die Apotheke vor Ort auf dem Weg zum papierlosen Rezept

eRezept in der Apotheke

Bald papierlos: Das eRezept kommt….

...und mit ihm wird sich einiges wandeln: Für uns Apotheken vor Ort und unsere Kunden. 2020 soll das E-Rezept deutschlandweit Pflicht sein.

Wir werden digitaler und werden uns auf einen neuen, digitalisierten Prozess einstellen.

Das eRezept wird uns neue Möglichkeiten bieten, Abläufe vereinfachen und bringt Chancen für die, die sich frühzeitig anpassen und sich mit dem E-Rezept auseinandersetzen.

#DieDigitaleApotheke begleitet Euch mit allen wichtigen Informationen und Fragestellungen zum eRezept aus Sicht des Apothekers vor Ort.

eRezept in der Apotheke - FAQ - auf dem Weg zum papierlosen Rezept

Häufig gestellte Fragen im Überblick und zur grundlegenden Information.

Was ist das eRezept?

Das eRezept ist ein elektronisches Rezept. In Zukunft werden unsere Kunden ihre ärztlichen Verordnungen papierlos und elektronisch ausgestellt bekommen und über digitale Lösungen bei uns Apotheken vor Ort oder der Versandapotheke einlösen können. Die gängige Papierform des Rezepts wird damit passé und von einer digitalen Version abgelöst werden - Ein Wandel, der uns Apotheken vor Herausforderungen stellt.

Wann kommt das eRezept?

Einführung eRezept in Deutschland

Aktuell (Stand April 2020) gibt es noch keinen festen Einführungstermin in Deutschland. Es ist geplant, dass bis Ende des Jahres 2020 deutschlandweit alle Beteiligten an die sichere Telematikinfrastruktur für die Übermittlung des eRezeptes angeschlossen sind - so steht es im E-Health Gesetz des Bundesministerium für Gesundheit.  

Wie funktiomiert das eRezept?

Funktionsweise eRezept

Mit Einführung des eRezeptes werden Medikamente und Arzneimittel in Deutschland, die der Patient vom Arzt verschrieben bekommt, künftig als digitale Verordnung übermittelt. Bei der digitalen Ausstellung des eRezeptes durch den Arzt, wird dieses verschlüsselt und über einen bundesweiten und einheitlichen Server erstellt.

Der Patient wird dann ein papierloses Rezept (zum Beispiel per QR Code) vom Arzt auf sein Handy übermittelt bekommen und das E-Rezept mit einem digitalen Schlüssel oder einem Zugangscode über sein Gerät aufrufen können. Aller Voraussicht nach wird es spezielle Handy-Apps geben, mit denen der Patient mit dem Zugangscode digital auf sein Rezept zugreifen und dieses in einer Apotheke seiner Wahl einlösen kann.     

Was wird sich durch dasceRezept ändern?

eRezept Ablauf

Der Patient wird sein Rezept im Vorfeld seines Besuches digital an die Apotheke seiner Wahl übermitteln können - diese kann dann das Medikament bereitstellen oder ordern, eine Rezeptur herstellen oder die Bestellung direkt per Botendienst an den Patient ausliefern.

Bis die digitale Verordnung flächendeckend umgesetzt ist, wird das Papier Rezept bestehen bleiben. Im ersten Schritt sollen sich alle Beteiligten auf den Parallelbetrieb von Papier- und eRezept einstellen da das eRezept das Papier Rezept nicht sofort und nahtlos ablösen wird.

Wie wird das eRezept in Deutschland umgesetzt werden?

eRezept Umsetzung - Aufbau der bundesweiten E-Rezept-Struktur

Damit das eRezept umgesetzt werden kann und für jeden in Deutschland nutzbar ist, muss in erster Linie ein einheitlicher und datensicherer Austausch zwischen Ärzten, Apothekern, Krankenkassen und dem Patient sichergestellt werden. Dafür ist in Deutschland die gematik zuständig: Sie digitalisiert das deutsche Gesundheitswesen. 

Um in Zukunft den digitalen Ablauf des E-Rezepts möglich zu machen und sicher abzubilden, ist dazu von der gematik die Telematikinfrastruktur (TI) eingeführt worden. Die TI hat das Ziel, alle Teilnehmer im Gesundheitswesen miteinander zu vernetzen und einen verschlüsselten Datenaustausch möglich zu machen. Alle Teilnehmer, die am Austausch der Daten teilnehmen wollen, müssen dazu an die TI angeschlossen werden. 

eRezept für die Apotheke
das papierlose Rezept und seine Bedeutung

Apotheken werden zukünftig in der Offizin digitale Rezepte annehmen: Dazu werden die Apotheken vor Ort auf neue Hardware / Software angewiesen sein, um mit dem E-Rezept arbeiten zu können. Anbieter von Software und Rechenzentren liefern mittlerweile entsprechende Angebote und Services.

Verordnungsdaten und Daten für die Abrechnung mit den Krankenkassen werden digital an das Apotheken-Abrechnungszentrum und an die Krankenkasse übermittelt.

Aktuell ist der Stichtag der 30.09.2020, an dem alle Apotheken an der Telematik-Infrastruktur angeschlossen sein müssen. Aktuell ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten, da selbst noch längst nicht alle Ärzte und Ärztinnen in Deutschland an die TI angeschlossen sind. Damit das System in Zukunft funktioniert, müssen alle Teilnehmer mit der einheitlichen TI verbunden sein.

eRezept in der Apotheke einlösen und Vorteile für den Patient

Wie profitiert der Apothekenkunde durch das elektronische Rezept?

Mit dem eRezept wird jeder Arzt Rezeptdaten digital auf einem datenschutzkonformen Weg direkt auf das mobile Gerät des Patienten schicken können. Der Versand kann bei einem Besuch der Arztpraxis oder auch über Distanz (z.B. bei einer digitalen Sprechstunde) übermittelt werden. Das heißt in Zukunft wird der Patient nicht mehr zwingend eine Arztpraxis aufsuchen müssen, um ein Rezept zu erhalten. Das wird insbesondere chronisch Kranken und mobil eingeschränkten Menschen zu Gute kommen.

Der Patient wird das E-Rezept via QR-Code bei der Apotheke seiner Wahl einlösen können. Eine Software wird sicherstellen, dass das eRezept nur einmalig abgerufen werden kann. Apps werden ermöglichen, dass das E-Rezept zur Vorbestellung digital an die Apotheke vor Ort gesendet wird, so dass der Patient sich das verordnete Arzneimittel bequem per Botendienst nach Hause schicken lassen können wird: Alles von seinem mobilen Gerät aus.

E-Rezept

Telematikinfrastruktur für die Apotheke vor Ort

Der Startschuß ist gefallen: Apotheken können den Konnektor erwerben und den Anschluss an die Telematikinfrastuktur angehen.

Um das E-Rezept deutschlandweit sicher nutzbar zu machen, muss im Laufe der nächsten Monate dennoch einiges umgesetzt werden: Alle Apotheken sollen bis zum 30.09.2020 an die Telematikinfrastruktur angeschlossen sein. So regelt es das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG). Der Schutz der Daten ist oberste Priorität: Nur Berechtigte dürfen Zugriff auf die sensiblen Gesundheitsdaten haben.

Telematikinfrastruktur für die Apotheke vor Ort: Was wird benötigt?

Um mit der Telematikinfrastruktur (TI) verbunden zu werden, braucht die Apotheke vor Ort einen sogenannten Konnektor. Auch ein spezielles Lesegerät zum auslesen der GEKs wird in Zukunft eingesetzt werden. Die Apotheke vor Ort wird auch eine Berechtigung vorweisen müssen, um mit der Telematik Infrastruktur verbunden zu werden. Hierfür ist ein Heilberufsausweis oder ein Apothekerausweis vorgesehen, den es aktuell (Stand März 2020) noch nicht gibt.

 

Eine Lösung für das Aufstellen der Konnektoren kann auch das Auslagern dessen zu einem externen Rechencenter darstellen (Red Medical bietet Apotheken diese Möglichkeit). Der Vorteil für Apotheken bei dieser Lösung ist, dass sie sich künftig nicht um den Konnektor kümmern müssen sondern digital an das Rechencenter angeschlossen sind.

TI für Apotheken

Anschluss an die Telematikinfrastruktur für die Apotheke

Die gematik hat für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur für die Apotheke vor Ort eine Checkliste bereitgestellt. Diese soll beim Anschluss an die TI unterstützen. Laut der Checkliste braucht die Apotheke zur Einrichtung eines TI-Zugangs:

  • Internetanschluss

    Einen sicheren und stabilen Internetzugang beim Anbieter nach Wahl.

  • Freigeschaltete Institutionskarte (SMC-B)

    Die Institutionskarte (auch »SMC-B« genannt) ist der Schlüssel zur TI, den jede Apotheke bei ihrer zuständigen Landesapothekerkammer digital beantragen muss. Dieser ist notwendig, damit der Konnektor eine Verbindung zur TI aufbauen kann.

  • Elektronischen Heilberufsausweis (HBA)

    Mit dem elektronischen Heilberufsausweis (HBA) können sich Apotheker:innen digital ausweisen. Er ermöglicht eine qualifizierte, elektronische Signatur.

  • Konnektor (inkl. VPN-Zugangsdienst)

    Der Konnektor ähnelt einem DSL-Router und ist die Hardware, die Apotheken vor Ort benötigen, um sich mit der TI verbinden zu können. Alternativ gibt es Anbieter, die sogenannte Konnektor-Farmen in einem externen Rechenzentrum bereitstellen und damit einen weiteren Service anbieten, der viele Vorteile hinsichtlich Installation, Wartung und zusätzliche Sicherheit hat.

  • Stationäre(s) E-Health-Kartenterminal(s)

    Das EHealth-Kartenterminal verbindet die Gesundheitskarte des Kunden mit den Karten der Apoteker:innen und dem Konnektor.

  • Update für das Apothekenverwaltungssystem (AVS)

    Ein Systemupdate hilft dabei, die TI in das bestehende Apotheken Verwaltungssystem zu integrieren.

HBA - Der Heilberufsausweis für die Apotheke vor Ort

HBA steht für "Heilberufsausweis" und bezieht sich auf eine Person, die die notwendigen Zertifikate besitzt und die die Person zweifelsfrei als Apotheker / Apothekerin ausweist.

Die Funktionen des HBA:

  • Der HBA ermöglicht die elektronische Unterschrift (QES) zum Beispiel zum Unterzeichnen von Protokollen oder elektronischen Verordnungen.
  • Er ist ein Sichtausweis mit Foto und Unterschrift des Inhabers/der Inhaberin.
  • In der digitalen Welt dient er zur Authentifizierung und Identifizierung.
  • Der HBA verschlüsselt medizinische Daten und entschlüsselt sie beim Empfang. Er ist für den sicheren, digitalen Datenaustausch zwischen allen Beiteiligten wie bsplw. Krankenkassen, Ärzten oder Krankenhäusern zuständig.
TI Anschluss HBA

HBA beantragen

So erhältst Du Deinen Apothekerausweis:

  • Den entsprechenden Antrag bei der jeweilig zuständigen Apothekerkammer ausfüllen.
  • Der Antrag mit allen Nachweisen wird von einem qVDA (qualifizierter Vertrauensdienste-Anbieter) geprüft.
  • Per Post wird ein Bescheid mit einer Vorgangsnummer versendet.
  • Mit der Vorgangsnummer beim Antragsportal anmelden - ausstehende Daten ergänzen und den Ausweis bestellen.
  • Mit dem Post-Ident-Verfahren identifizieren und die eigene Identität bei einer Filiale der Deutschen Post und mithilfe des eigenen Ausweises belegen.
  • Endgültigen Antrag vom qVDA erhalten und freigeben.
  • Der Ausweis wird geprüft und vom qVDA produziert.

Zum Schluss werden zwei Briefe versendet: Einer mit der persönlichen PIN und ein zweiter mit dem Ausweis per Einschreiben.

SMC-B-Karte - Die Institutionskarte für die Apotheke

Die Institutionskarte SMC-B (auch Secure Module Card – Betriebsstätte genannt) ist der elektronische Ausweis der Apotheke für das Verbinden mit der Telematikinfrastrutur. Er ist dafür zuständig, die Apotheke in der Telematikinfrastruktur zuzuordnen und dient zur Authentifizierung. Für Ärzte ist die Karte analog der "Praxisausweis" - für Apotheken ist sie der "Institutionsausweis" - ihre Funktion ist die gleiche.

SMC-B-Karte beantragen

Was brauchst Du, um die SMC-B-Karte zu erhalten?

  • Eine beglaubigte Kopie Deiner Approbationsurkunde
  • Eine beglaubigte Kopie Deiner Apothekenbetriebserlaubnis (als Inhaber)

Mit diesen beiden Beglaubigungen kannst Du bei Deiner Apothekerkammer einen Vorgang für die Karte auslösen: Du bekommst eine Vorgangsnummer. Mit dieser Vorgangsnummer kannst Du - zusammen mit Deinem Anbieter für die TI - die SMC-B-Karte beauftragen. Der Ablauf des Antrags ist analog zu dem des Heilberufsausweises.

TI Anschluss SMC-B Karte

TI-Anschluss: Förderungen für die Apotheke vor Ort

Finanziell ist der Aufwand überschaubar: Die Summen, die in die Hand genommen werden müssen, werden mit zusätzlich einer Förderung unterstützt. Der Anschluss an die TI ist unterschiedlich kostenintensiv, je nachdem welcher Partner dafür von der Apotheke gewählt wird.

Über die Finanzierung hat der Deutsche Apothekerverband (DAV) und der GKV-Spitzenverband eine Vereinbarung getroffen: Apotheken erhalten demnach aktuell eine Pauschale von 1.362 Euro für die Anschaffung eines E-Health Konnektores und zwei Kartenterminals. Größere Apotheken, die mehrere Kartenlesegeräte brauchen, werden auch bedacht: Je nach Abgabemenge von verschreibungspflichtigen Medikamenten für GKV Versicherte wird eine gestaffelte Pauschale für die Anschaffung weiterer Terminals gewährt. Hinzu kommt eine Aufwandspauschale von 1.280 Euro die für die Installation der Hard- und Software, für Ausfallzeiten während der Installation und für Schulungen vorgesehen ist. Es werden bis zu vier Lesegeräte je Apotheke finanziert. Die HBA und die SMC-B Karte werden ebenfalls mit 449 Euro bzw. 378 Euro bezuschusst.

Pro Quartal erhalten Apotheken darüber hinaus eine Pauschale von 210 Euro für den Betrieb der TI. Für die Förderungen müssen Nachweise vorgelegt werden.

Die Abrechnung wird über den Nacht- und Notdienstfonds des DAV durchgeführt. Die Abrechnung wird auch erst nach dem Anschluss an die TI werfolgen.

TI Anschluss Förderung

TI-Anschluss: Auswahl des Anbieters

Den Anschluss und der Konnektor werden aktuell von jedem Wartenwirtschafthaus angeboten. Welchen Service die Apotheke wählt, bleibt ihr individuell überlassen:

Pro Wa-Wi-Anbieter spricht das Argument "alles aus einer Hand"- bei Problemen ist ein Partner zuständig.

Dem gegenüber steht die Wahl eines externen Partners, der wie bei REDmedcial den Konnektor außerhalb der Apotheke hostet und damit Wartungen an einer Hardware vor Ort ausschließt. Langfristig werden bei dieser Lösung geringere Kosten anfallen. Auch der zusätzliche Sicherheitsaspekt bei der Wahl einer Konnektorenfarm darf geprüft werden.

Der Anschluss ist in beiden Fällen problemlos möglich und vom Aufwand her identisch.

Videovorträge zur Telematikinfrastruktur und dem eRezept

Warenwirtschaftssystem-Anbieter Pharmatechnik mit Einblicken

Beim #DDASummit gibt der Vortrag von Johannes Hehnberger, Pharmatechnik Informationen, wie Apotheken den Wandel zu ihrem Vorteil nutzen können.

RED Telematik

Der Anschluss an die Telematik-Infrastruktur im Vortrag von Jochen Brüggemann, Geschäftsführer von RED Medical mit der Lösung, den TI-Konnektor in einem Rechenzentrum auszulagern.

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eRezept – automatisch mehr Vorteile

Apotheker Florian Köster spricht darüber, wie sich die Apotheke auf das E-Rezept vorbereiten kann und welche Vorteile eine Automatisierung der Apotheke in diesem Zusammenhang spielen kann.

eRezept – Update

Stand des eRezepts Februar 2021

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eRezept: Chancen und Risiken für die Apotheke vor Ort

Das eRezept wird für die Apotheke vor Ort Chancen und Risiken mit sich bringen:

Auch in der Zukunft wird es ein großer Vorteil sein, dass unsere Apotheken schon heute die Nähe zu den Kunden inne hält.

Mit kundennahen Angeboten haben wir die idealen Voraussetzungen, um zeitnah auf Bedürfnisse wie den Versand mittels Botendienst und Lieferservice zu reagieren und mit Versanderlaubnis auch über die lokalen Grenzen hinaus Rezepte anzunehmen und Medikamente zu versenden.

Wichtig wird dabei sein, dass der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen so aufstellt, dass ein fairer Wettbewerb zwischen Versandapotheken und Apotheken vor Ort ermöglicht.

Wird es ein Apothekensterben geben?

Das eRezept wird zum heutigen Standpunkt kein Auslöser eines Apothekensterbens sein. Vielmehr wird die Einführung eher dazu führen, dass Apotheken, für die ein generelles Weiterführen des Geschäftes seit geraumer Zeit bereits zur Debatte stand, die Veränderungen zum Anlass nehmen werden die Apotheke aus diesem Grund aufzugeben.

Mit der Einführung des papierlosen Rezeptes kommt es dann eher zu einer Art Marktbereinigung statt zu einem Apothekensterben.

Reduktion bei Apotheken, die ihre Zukunftsfähigkeit ohnehin in Frage gestellt hatten

Die Reduktion der Apothekenzahl im Zuge der digitalen Transformation wird in den nächsten Jahren also eher darauf zurückzuführen sein, dass der einzelne Apotheker/ die einzelne Apothekerin aufgrund der anstehenden Änderungen am Markt für sich selbst entscheiden wird, in den Ruhestand zu gehen und die Apotheke aufzugeben, da ohnehin die Zukunftsfähigkeit des Standortes langfristig nicht mehr gegeben war oder das Thema im Raum stand.

Apotheken für die sich die Investitionen - die aufgrund der Einführung des papierlosen Rezeptes und für die digitale Zukunft getätigt werden müssen - nicht mehr lohnen, werden dies zum Anlass nehmen, den Fortbestand der Apotheke zu überprüfen.

Das eRezept wird aus diesen Gründen Einfluss auf Entscheidungen haben können und dann eher zur Aufgabe einer Apotheke führen, die heute bereits nicht mehr zukunftsfähig aufgestellt ist.

Apotheken die heute bereits gut aufgestellt sind, für die Zukunft bereit und fortlaufend investiert haben, werden kaum Probleme bei der Einführung des eRezeptes zu spüren bekommen: Eher besteht die Chance, durch das E-Rezept sogar zu profitieren.

Wird die Versandapotheke dank dem E-Rezept profitieren?

Versandapotheken haben bisher eher das Nachsehen bei Rx / verschreibungspflichtigen Medikamenten, da das Einlösen des Papier Rezeptes über die Versandapotheke bisher eher kompliziert war: Erst musste das Rezept per Post eingeschickt werden. Erst wenn es bei der Versandapotheke vorlag, durfte es verschickt werden.

Aus diesem Grund war es für Versandapotheken bisher eher schwer, Marktanteile im Rx Bereich aufzubauen. Das eRezept wird das in Zukunft erleichtern, da das Übermitteln in Echtzeit erfolgen wird. Die Ware wird dann auch kurzfristig versendet werden können. Spätestens wenn Versandapotheken eine Same-Day-Delivery oder gar die zwei-Stunden Auslieferung möglich machen, werden sie zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für die Apotheken vor Ort werden.

Ob dies nur in Ballungsgebieten erfolgt oder in Zukunft auch flächendeckend umgesetzt werden kann, bleibt abzuwarten. Derzeit gibt es mehrere Shop-Apotheken und auch den ein oder anderen großen Versender, der in einer Hauptstadt sitzt und schelle Auslieferung so eher umsetzen kann. In jedem Fall rechnen die Versender mit Einführung des E-Rezepts damit, weitere Marktanteile am Rx Umsatz zu generieren.

eHealth Apps & eRezept Apps

Der Kunde wird das eRezept und die Apps dazu nutzen, denn er ist digitale Services bereits gewohnt und vertraut in der Anwendung von Apps. Alle zukünftigen eRezept Apps werden den Basisvorgaben des Bundesgesundheitsministeriums entsprechen müssen. Mit Sicherheit wird es Muss-Vorgaben geben und die Grundprinzipien des eRezepts müssen eingehalten werden. In der individuellen Gestaltung werden die Anbieter allerdings auch Freiheiten haben.

eRezept App verbessert Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apotheken

Die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apotheken wird sich verbessern: Das papierlose Rezept wird in Zukunft auch direkt vom Arzt zum Apotheker übertragbar sein. Mit sicheren Chat-Diensten werden Ärzte und Apotheken über das System kommunizieren und sich austauschen können. Diese Möglichkeit wird ein großer Vorteil für die Leistungserbringer und Versorger darstellen und auch die Sicherheit und den Service für den Kunden steigern können.

eRezept App: Übertragung in Echtzeit

Das eRezept kann zukünftig mit hilfe der App über weite Distanzen hinweg und in Echtzeit übermittelt werden. Die Hürde, das bisherige Papierrezept einschicken zu müssen, um ein verschreibungspflichtiges Medikament zu erhalten, fällt damit weg. Das eRezept wird in der App unkompliziert in die Apotheke der Wahl oder auch an eine Versandapotheke übertragen werden können. Der Anteil an Rx von Versandanbietern kann sich zukünftig auch am Deutschen Markt potenziell steigern. In der Regel wird aber eine unmittelbare Verfügbarkeit vor Ort, der Botendienst oder eine rasche Bestellung über den Großhandel durch die Apotheke vor Ort punkten.

E-Rezept App

Digital mit dem Kunden verbinden

Die Apotheke vor Ort wird am meisten profitieren, wenn sie schon heute mit der Zeit geht und versucht, sich den Kunden und ihren geänderten Bedürfnissen, Kaufentscheidungsprozessen und Kaufwegen anpasst. Dazu zählt, stärker digital zu denken und das E-Rezept und Apps schon jetzt zu testen und kennenzulernen.

eRezept ready als Apotheke

Ist Deine Apotheke eRezept ready und kommunizierst Du es bereits vor Ort?

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eRezept - Beispiele Techniker Krankenkasse & Noventi / Hamburger Pilotprojekt

Vortrag von Tim Steimle beim #DDASummit zur Fernbehandlung, eAU und dem eRezept. Einblicke, was die Techniker Krankenkasse möglich macht und umsetzt.

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Beim #DDASummit gibt es Einblicke in das Hamburger Pilotprojekt der Techniker Krankenkasse zum E-Rezept von Heike Gnekow und Noventi

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